Mi
30
Apr
2008
Roodle: Fotosharing, das selbst eure Großmutter beherrscht
Es ist herrlich, wenn ich mir eine neue
Webanwendung anschauen und einfach alles stimmt: Der Dienst löst ein Problem, sieht gut aus, bietet eine intuitive Oberfläche und ist schnell erklärt. Voilà, Roodle! Aus dem oberschwäbischen Bad Saulgau kommt dieser neue Service, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das gemeinsame Anlegen von Fotosammlungen so einfach wie möglich
zu machen. Und er hält, was er verspricht. Bei Roodle kann jeder kostenlos einen Account anlegen. Ähnlich wie gerade.in (Review) versucht Roodle-Gründer Andreas Fuchs, die Barriere für eine Registrierung möglichst niedrig zu halten. Das
Erstellen eines Zugangs dauert nicht länger als zehn Sekunden. Anschließend kann sofort mit dem Upload der Bilder vom letzten Familienfest und – bei Bedarf – dank der Integration von FotoFlexer mit einer Nachbearbeitung der Fotos begonnen werden.
Doch da man nicht der einzige Anwesende war, der Fotos geschossen hat, möchte man vermutlich auch die Meisterwerke der anderen Hobbyfotografen sehen und die gesammelten Bilder der restlichen Verwandtschaft präsentieren. Dafür müssen nur die E-Mail-Adressen der Personen angegeben werden, die auf das Album zugreifen sollen. Diese erhalten einen kryptischen (aber statischen) Link, der sie zur Fotosammlung (Beispiel) führt. Dort können sie ohne Registrierung eigene Bilder hochladen, sich die bereits gespeicherten Exemplare anschauen und diese kommentieren. Wem gefällt, was er sieht, der kann das gesamte Album als Zip-Archiv auf die Festplatte laden.
Roodle-Macher Andreas Fuchs will mit dem Service primär Personen mit mittelmäßiger bis geringer Interneterfahrung ansprechen, und macht es dadurch auch für alle anderen attraktiv. Die meisten von uns haben im Familien- und Bekanntenkreis Menschen, die sich weniger sicher im Netz bewegen als man selbst. Eine Registrierung bei Flickr oder Picasa würde man diesen Personen wahrscheinlich nicht zumuten wollen. Mit Roodle aber könntet ihr das Familienalbum eventuell sogar eurem Opa oder eurer skeptischen Tante zugänglich machen – und diese mit etwas Glück auch zum Upload eigener Fotos bewegen.
Roodle soll sich neben der Möglichkeit, Abzüge von Fotos bestellen zu können, primär durch ein “Freemium-Modell” finanzieren: Jedes registrierte Roodle-Mitglied kann pro Monat fünf kostenlose Alben à maximal 20 Fotos anlegen. Die Fotogröße ist auf 7 MB pro Bild und die Größenansicht der Bilder auf eine Breite von 1024 Pixel begrenzt. Die Fotos enthalten außerdem ein kleines Wasserzeichen rechts unten. Für Gratis-Alben behält sich Roodle das Recht vor, Werbung einzublenden. Wer diese Einschränkungen loswerden möchte, kann für 2,99 Euro pro Monat oder 8,50 Euro für drei Monate (keine automatische Verlängerung) einzelne Alben in den Pro-Modus versetzen. Nach einer späteren Rück-Umwandlung in den Gratis-Zustand bleiben sämtliche Fotos im Album erhalten.
Während das Anbieten einer kostenpflichtigen Premium-Version im Fotokontext sinnvoll ist, darf man über die Höhe des geforderten Betrages bzw. über den Umfang der Pro-Variante geteilter Ansicht sein. Im Raum steht die Frage, ob sich die Zahlungsbereitschaft der User nicht erheblich steigern ließe, wenn man für monatlich 2,99 Euro das gesamte Konto in eine Pro-Variante umwandeln und unbegrenzt viele Alben und Bilder hochladen könnte.
Nachdem Roodles Grundgerüst und die Kernfunktionen nun stehen, plant Gründer Andreas Fuchs für die nächste Zeit unter anderem eine Uploadmöglichkeit für Videos sowie ein Roodle-Widget. Ich glaube, dass Roodle eine Marktlücke im Fotobereich gefunden und gute Aussichten auf Erfolg hat – eine weniger restriktive Pro-Variante vorausgesetzt.
zweinull.cc Lesetipps:
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freitimer: vom Web und mobil mit Freunden verabreden
5 Kommentare
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#1
Prinzipiell super, eben weil es so bodenständig einfach ist.
Zwei elementare Nachteile:
* Wasserzeichen im Non-Pro Modus
* Kein Passwortschutz -
#2
Super!! Das ist genau, was das Web noch mehr braucht - keine Zungenschnalzer für Technikfreaks, sondern einfach zugängliche Massenmarktprodukte, die Spaß machen.
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#3
Agree. Eine Option zum Einstellen eines Passworts, das dann in der Alben-Benachrichtungsmail mitgesendet wird, würde sicherlich beruhigend auf Anwender wirken, die ungern “private Bilder” ungeschützt im Web ablegen wollen.
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#4
Keine ganz neue Idee, aber so simpel und gut umgesetzt, wie sonst nirgendwo. Man sieht, daß bewußt auf Features verzichtet wurde (was nicht immer einfach ist), aber im Hinblick auf die Zielgruppe (Familie!) sollte m.E. eine zumindest optionale Zugriffsbeschränkung (Passwort pro Album) dennoch nicht fehlen.
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#5
[…] von Zweinull.cc hat Roodle einen Beitrag gewidmet! Den gibt hier zu lesen. Vielen Dank nochmal an […]

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